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Termine
14.02., Biesenthal: Erfahrungsaustausch "Gentechnik und Patente in der Landwirtschaft"
18.02., Berlin: Treffen des Aktionsbündnis Berlin-Brandenburg
01.03., Berlin: Vortrag "Monsanto auf Deutsch - Seilschaften zwischen Behörden, Firmen und Forschung"
05.03., Berlin: Vortrag "Monsanto auf Deutsch - Seilschaften zwischen Behörden, Firmen und Forschung"
20.03., Zollbrücke: Film "Gekaufte Wahrheit - Wissenschaft im Magnetfeld des Geldes"
17.04., Müncheberg: Film "Gekaufte Wahrheit - Wissenschaft im Magnetfeld des Geldes"
22.04., Letschin: Film "Gekaufte Wahrheit - Wissenschaft im Magnetfeld des Geldes"
Blauer Brief an Landwirtschaftsministerin Aigner
Laut Koalitionsvertrag setzt die neue Bundesregierung auf einen Pro-Gentechnik-Kurs. Und die Landwirtschaftsminsiterin Ilse Aigner folgt den Vorgaben: Ende vergangenen Jahres stimmte sie im EU-Agrarrat dem Import einer weiteren Gen-Maissorte als Futtermittel zu. In Kürze wird Aigner im EU-Ministerrat darüber abstimmen, ob Gen-Mais wieder kommerziell angebaut werden darf. Und sie muss entscheiden, ob die EU-Richtlinie zur Nulltoleranz verwässert wird - so wie es CDU und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart haben. Lebensmittel dürften dann ganz legal Spuren von nicht zugelassenen Gentech-Pflanzen enthalten. Eine Aktion von Campact will das verhindern!
Senden Sie einen Blauen Brief an die Ministerin!
http://www.campact.de/gentec/sn7/signer
Anbau 2010?
Zur Zeit gibt es in Deutschland keine zugelassenen Genpflanzen für den kommerziellen Anbau. Allerdings bemüht sich Monsanto um die Wiederzulassung des Genmais MON810 und die BASF um die Zulassung ihrer Genkartoffel Amflora. Ob die beiden Konzerne damit Erfolg haben und ob es noch rechtzeitig vor der diesjährigen Anbausaison gelingt ist unklar. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr, denn die Bauern kaufen ihr Saatgut nicht erst kurz vor der Aussaat und sie müssten den Anbau auch 3 Monate vorher im Standortregister vermelden. Bisher wurden in Brandenburg nur Felder in Lebus, Neureetz und Sonnewalde ins Standortregister eintragen.
Sehr wahrscheinlich ist es hingegen, dass es auch in diesem Jahr wieder kleine Freisetzungsfelder in Brandenburg geben wird. Hier handelt es sich um noch nicht zugelassenen Genpflanzen mit denen im Freiland experimentiert wird. Wie im letzten Jahr erwarten wir den Anbau von Genmais in Neutrebbin (Pioneer), von Genkartoffeln in Falkenberg/Elster (BASF) und von Genmais in Herzberg (Syngenta). Es gibt noch weitere genehmigte Freisezungen an anderen Standorten, von denen aber schon in den letzten Jahren kein Gebrauch mehr gemacht wurde. Möglich ist es auch, dass für woanders genehmigte Versuche einzelne Standorte nachgemeldet werden. Diese müßten dann 3 Werktage vor der Aussaat gemeldet und dann ins Standortregister eingetragen werden.
Aus dem Koalitionsvertrag der neuen Brandenburger Landesregierung: "Die Landesregierung unterstützt die Forschung zu Risiken und Chancen der modernen Gentechnik. Die Koexistenz beim Anbau, Saatgut und Futtermitteln muss gesichert werden. Gentechnikfreie Regionen in Brandenburg werden unterstützt. Die Landesregierung wird sich gegen die Patentierung von Tierarten einsetzen."
Versuchskaninchen demonstrierten in Neutrebbin
Über 100 Menschen demonstrierten am 20. September gemeinsam in Neutrebbin gegen den dortigen Genmaisversuch und die Pläne in Neutrebbin CO2 zu verpressen. Teilweise als Versuchskaninchen verkleidet lag der Focus an diesem Tag auf der Politik großer Konzerne wie Vattenfall und Pioneer/DuPont, die ohne Rücksicht auf die örtliche Bevölkerung ihre Experimente durchziehen, die Menschen vor Ort also als "Versuchskaninchen" missbrauchen.
Fotobericht und Demo-Aufruf
MOZ-Artikel
Illegales Gensoja im Tierfutter entdeckt
Bei einem Landwirt in Wulfersdorf wurde Kuhfutter aus Soja entdeckt, das in Europa nicht zugelassene Gensojasorten enthielt. Das Futter stammte aus einem Hamburger Futterwerk und darf jetzt nicht verfüttert werden. Der Landwirt, selbst Gentechnikgegner, will nun Schadensersatz beim Lieferanten verlangen.
MAZ-Artikel
Barnim: Kreistag lehnt Erklärung gegen Gentechnik ab
Im Barnim hält die Politik der Realität nicht Schritt. Während sich die Barnimer erfolgeich gegen Versuche der Gentechnikkonzerne engagieren (seit 2000 ist der Barnim gentechnikfrei) und die Bauern sich zu gentechnikfreien Regionen zusammenschliessen (inzwischen gibt es zwei im Barnim) hält die Mehrheit der Barnimer Kreistagsabgeordeten an der AgroGentechnik fest.
MOZ-Artikel
Genfrei-Aktivist Volker Rottstock bekommt Brandenburger Umweltpreis
Der Biobauer Volker Rottstock hat am 29. Juni für sein Engagement gegen die Agrogentechnik den Umweltpries des Landes Brandenburg verliehen bekommen. 2006 rief er die Initiative "Felder ohne Gentechnik im Fläming" ins Leben. Inzwischen beteiligen sich mehr als 70 Bauern - ökologisch und auch konventionell wirtschaftende - an dieser Initiative und verzichten auf den Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen. Unermütlich informiert Volker Rottstock bei Veranstaltungen und in Gesprächen über die Gefahren und Probleme der Agrogentechnik.
Herzlichen Glückwunsch!
MAZ-Artikel
MON810-Verbot gefeiert
"Wir wollen heute feiern, dass der Genmais-Anbau in Deutschland in diesem Jahr verboten wurde", sagte Gisela Ziehm, Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Regionalverband Oberbarnim. Scheune und Wiese des Ferienhofs von Biobauer Ralf Behring in Leuenberg dienten am 28. Juni als Festplatz. Da sie nicht sicher sein könnten, dass das Verbot bleibt, müssten die Gruppen aber wachsam bleiben und sich immer wieder treffen.
Für die Gäste, zu denen auch Höhenlands Bürgermeisterin Helga Kowatzky zählte, gab es reichlich Informationsmaterial und biologisches Essen. Am Nachmittag wurde ein Film gezeigt, es gab Puppentheater und eine Naturführung. Auch Planungen für eine Aktion gegen das Genversuchsfeld in Neutrebbin fanden ihren Platz.
MOZ-Artikel
Weitere gentechnikfreie Region im Barnim gegründet
Am 7. Juni fanden sich zahlreiche LandwirtInnen und UnterstuetzerInnen in Tempelfelde ein um eine gentechnikfreie Region im südlichen Barnim zu gründen. 24 LandwirtInnen und GärtnerInnen haben sich freiwillig verpflichtet, auf ihren Feldern keine Genpflanzen anzubauen. Die Region umfasst bisher über 5000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Hinzu kommen zahlreiche Waldflächen.
Im Norden des Landes gibt es bereits seit einigen Jahren die gentechnikfreie Region Uckermark-Barnim. Beide Regionen planen sich weiter zu vergrößern um zusammenzuwachsen.
Pressemitteilung (pdf-Format)
Pollenmonitoringbericht veröffentlicht
Auch im Jahr 2008 wurde bei Strausberg wieder untersucht, ob und in welchen Grössenordnungen Genmaispollen von kommerziellen Feldern in der Nähe eines Naturschutzgebietes in das Schutzgebiet gelangen. Dabei wurden die Untersuchungsergebnisse aus dem Vorjahr bestätigt. Die Genmaispollen fliegen in das Naturschutzgebiet und gefährden somit die geschützten Insekten, vor allem die Schmetterlinge.
Bericht (pdf-Format)
Endlich! Ein Sommer ohne Genmais! ... Feiern Sie mit uns!!!
Das Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Berlin und Brandenburg ist seinem namensgebenden Ziel einen guten Schritt nähergekommen ...
- nicht zuletzt mit der Unterstützung der Aktiven in den meisten Regionen Deutschlands und Europas und der Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, den Anbau von gentechnisch verändertem Mais MON810 zu verbieten.
Grund genug, im Sommer ein Fest zu feiern. Deshalb schon jetzt in den Kalender eintragen: Sonntag, 28. Juni 2009, von 11 bis 18 Uhr auf dem Bioland-Hof Ralf Behring, Berliner Strasse 23b, 16259 Leuenberg.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner verbietet Genmais MON810
Das Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Berlin und Brandenburg begrüsst die Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) den gentechnisch veränderten Mais MON810 zu verbieten. "Das Verbot des insektengiftigen MON810 war längst überfällig", kommentiert Christof Potthof vom Aktionsbündnis.
"In den vergangenen Jahren hatten sich die Hinweise gehäuft, dass der transgene Mais für Organismen schädlich ist, die eigentlich nicht von ihm vergiftet werden dürften", so Potthof weiter, und: "Allerdings hatte das zunächst auf niedrigem Niveau zunehmende Interesse an dem Genmais hier in der berlin-brandenburgischen Region bereits im letzten Jahr wieder nachgelassen. Auch für dieses Jahr hatte sich eine weitere Reduzierung der Anbaufläche des gentechnisch veränderten Mais angekündigt. "
Der Biologe arbeitet für das Gen-ethische Netzwerk (Berlin) und ist als einer der Sprecher in dem berlin-brandenburgischen Bündnis seit mehreren Jahren in der Region unterwegs, um vor dem Genmais zu warnen, aber auch, um in den vom Anbau transgener Sorten in Deutschland am meisten betroffenen Gebiet eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die Zukunft der Landwirtschaft in Gang zu bringen. Der Anbau von MON810 hatte in den vergangenen Jahren doch erhebliche Unruhe in die Landwirtschaft der Hauptstadt-Region gebracht. Wenn auch dessen Anbau auf sehr niedrigem Niveau - weniger als 20 Landwirte im Lande nutzten das Saatgut des US-Konzerns Monsanto - stattgefunden hatte, so führte er doch zu so manchem Streit. Betroffen vom Anbau sind natürlich unmittelbare Nachbarn, aber auch die Natur- und Umweltschutz-Verbände. Und insbesondere auch Imkerinnen und Imker sind von dem Anbau insofern betroffen, als dass die Bienen den Pollen in die Stöcke eintragen können. Wird der gentechnische Mais im Honig nachgewiesen, darf dieser nicht mehr verkauft werden.
Allerdings ist das namensgebende Ziel des Aktionsbündnisses, die gentechnikfreie Landwirtschaft, mit dem Verbot des MON810 noch nicht erreicht: Freietzungsversuche können auch in diesem Jahr in Branenburg stattfinden können. Genehmigt sind der Anbau von transgenem Mais in Neutrebbin und Herzberg und von gentechnisch veränderten Kartoffeln in Falkenberg/Elster. Ausserdem ermöglicht das im vergangenen Jahr verabschiedete Gentechnikgesetz unter bestimmten Bedingungen die Nachmeldung von neuen Standorten, davon kann auch Brandenburg betroffen sein.
Auch in Herzberg ist Syngenta nicht willkommen
Nachdem der Versuch des Gentechnikkonzerns Syngenta im Barnim ein Genversuchsfeld einzurichten gescheitert ist, regt sich nun auch in Elbe-Elster Widerstand. Die Stadtverwaltung von Herzberg hat sich in einer Stellungnahme zum Genehmigungsverfahren gegen den Versuch in ihrer Gemarkung ausgesprochen. Begründet wird die Einwendung mit zahlreichen Fragestellungen zum Einsatz von gentechnisch veränderten
Pflanzen in der Landwirtschaft und deren Auswirkungen auf den Menschen und die Natur. Die Stadtverwaltung vermisst eine umfassende Information der Öffentlichkeit durch Syngenta und notwendige Vorberatungen mit den Entscheidungsträgern der Stadt und der Region.
Lausitzer Rundschau-Artikel
Landgericht Frankfurt/Oder verurteilt Feldbefreier
In einer langen Prozessreihe hatte das Amtsgericht Bad Freienwalde 19 FeldbefreierInnen zu geringen Geldstrafen verurteilt, weil sie im Sommer 2007 bei einer öffentlichen Feldbefreiung in Altreetz Genmais "beschädigt" hatten. Fast alle von den Verurteilten eingelegten Berufungen wurden vom zuständigen Landgericht in Frankfurt/Oder wegen der geringen Geldstrafen von 15 Tagessätzen abgelehnt.
Am 10. März fand nun aber doch der erste Berufungsprozess statt. Der Angeklagte beantragte Freispruch, da er im Genmaisanbau eine so starke Gefahr für die Natur, die Gesundheit des Menschen und die Zukunft der Landwirtschaft sieht, dass er Feldbefreiungen für unbedingt notwendig und gerechtfertigt sieht im Sinne des "Rechtfertigenden Notstands" (Paragraf 34 Strafgesetzbuch). Dieser Rechtsauffassung schlossen sich aber weder Staatsanwaltschaft noch das Gericht an. Durch die Zusammenführung mit einer anderen Strafe kam es zu einem Gesamturteil von 30 Tagesätzen zu 30 Euro. Der Angeklagte machte deutlich, dass er sich trotz des Urteils an weiteren Feldbefreiungen beteiligen wird.
Der nächste Berufungsprozess findet am 16. April statt. Dieser Prozess ist von besonderer Brisanz, da einer der beiden Angeklagten Imker ist.
Mediation in Märkisch-Oderland
In Märkisch-Oderland wird ein Verfahren zur Mediation,
also Vermittlung im Streit zwischen Befürwortern und Gegnern des Anbaus
gentechnisch veränderter Pflanzen eingeleitet. Zum ersten Treffen am 13.
März hat der Landrat Gernot Schmid Genmaisanbauer ebenso eingeladen wie Gegner des
Gentech-Anbaus, Vertreter des Bauernverbandes oder der unteren
Naturschutzbehörde. Die Leitung des Verfahrens hat Prof. Klaus Müller, der
Leiter des Instituts für Sozioökonomie des ZALF in Müncheberg, übernommen.
"Das Verfahren ist Teil eines vom Bundeslandwirtschaftsministerium
finanzierten Forschungsprojektes, in dessen Rahmen wir klären wollen, ob
eine friedliche Koexistenz von konventionellem Anbau und dem gentechnisch
veränderter Pflanzen überhaupt möglich ist", erklärt Prof. Müller. Der ZALF-Vertreter verweist ausdrücklich darauf, dass es sich um
ein nichtöffentliches Verfahren handelt. "So ein Verfahren lebt von der
Vertraulichkeit, damit es überhaupt eine Chance hat", weiss Müller.
Schliesslich gehe es darum, Brücken zu bauen und nicht um weitere
"Positionskämpfe in der Öffentlichkeit", die die Gräben nur vertiefen
würden.
Moz-Artikel
Barnim bleibt gentechnikfrei
Nach zahlreichen Protesten wird es nun keinen Genmaisversuch im Barnim geben. Der Weeswower Landwirt stellt seine Fläche nicht mehr zur Verfügung. Viele Menschen aus Weesow und den umliegenden Dörfern und Städten hatten sich klar gegen den Versuchsanbau positioniert. Unter ihnen die benachbarten Landwirte und Imker, aber auch der Gemeindekirchenrat von Werneuchen und die Stadtverordnetenversammlung von Bernau.
Trotz des Rückzugs wollen die GentechnikgegnerInnen jetzt nicht locker lassen. Sie planen mehrere Veranstaltungen zum Thema und wollen versuchen auch im Niederbarnim eine gentechnikfreie Region zu etablieren.
Einladung (pdf)
Karten der Brandenburger Genmaiskarten im Netz
Greenpeace hat für die Anbausaison 2009 die angemeldeten Flurstücke der Brandenburger Genmaisfelder mit den Karten von Google-Maps verknüpft. Interessierte können sich von der Übersichtskarte bis hin zu genauen Detailkarten durchklicken. So wird die genaue Lage der Felder für alle sichtbar.
Übersichtskarte
Wieder falsche Angaben im Standortregister
Brandenburg überwacht den Anbau von Gen-Mais nicht ausreichend. Jeder neunte Standort ist mit falschen Angaben im staatlichen Standortregister angemeldet. Zu diesem Ergebnis kommt Greenpeace durch den Abgleich der Anmeldedaten mit der genauen Lage der Äcker. Damit ist es für ImkerInnen, Landwirte und HobbygärtnerInnen nicht möglich genau zu ermitteln ob sie vom Genmaisanbau betroffen sind. Die falschen Angaben im Standortregister waren auch schon in den letzten Jahren zu beobachten. Hier muss das Land als zuständige Kontrollinstanz endlich aktiv werden. Falsch gemeldete Felder sollten nicht mit Genmais bestellt werden dürfen.
Syngenta plant Freisetzungen in Brandenburg
Jetzt Einwendungen schreiben!
Der Gentechnikkonzern Syngenta hat beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine Freisetzung genmanipulierter Maispflanzen beantragt. Es handelt sich hierbei um herbizidtoleranten Mais. Der Versuch soll von 2009 bis 2012 gehen. Die Felder befinden sich in Werneuchen OT Weesow (Barnim) und in Herzberg OT Gräfenberg (Elbe-Elster). Dagegen können bis zum 5. April Einwendungen geschrieben und bis zum 5. März die Unterlagen eingesehen werden.
nähere Informationen
Bekanntmachung
Einwendung
Moz-Artikel
120 GentechnikgegnerInnen trafen sich in Eberswalde
Am 7. und 8. März trafen sich 120 GentechnikgegenerInnen, darunter viele aus Brandenburg, in Eberswalde. Sie informierten sich auf dem bundesweiten Treffen über die neuesten Entwicklungen, tauschten Erfahrungen aus und besprachen weitere Aktionen.
junge-Welt-Artikel
taz-Artikel
Zwei Einstellungen in Bad Freienwalde
Am 14.1.09 fanden am Amtsgericht Bad Freienwalde zwei weitere Prozesse gegen Teilnehmerinnen der Feldbefreiung 2007 in Altreetz statt. Wie üblich, wurde ihnen "gemeinschaftliche Sachbeschädigung" durch die Zerstörung einer "nicht unerheblichen Anbaufläche" des gv-Maises vorgeworfen.
In ihren Aussagen gingen die Angeklagten ausführlich darauf ein, dass Aktionen zivilen Ungehorsams gegen die "grüne" Gentechnik notwendig sind, da "mildere" Mittel (Demonstrationen, Unterschriftenlisten etc.) in aller Regel nicht zum Erfolg führen. Auch zum Tathergang äusserten sich die Angeklagten: beide sahen die Teilnahme an der Feldbefreiung v.a. als eine symbolische Aktion an, durch die es möglich wurde, die Probleme und Gefahren der Gentechnik in der Öffentlichkeit zu thematisieren.
Da die beiden Feldbefreierinnen nur wenige Genmaiskolben abbrachen um sie der Polizei als Beweismittel für eine Strafanzeige gegen Monsanto zu übergeben, stuften die Richterin als auch der Staatsanwalt die Schuld der Angeklagten als gering ein. Beide Prozesse endeten mit einer Einstellung des Verfahrens. Die Kosten der Verfahren trägt die Staatskasse.
Resümee: Genmaisanbau 2008 in Brandenburg
Im Raben Ralf ist ein Text des Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg über das Genmaisanbaujahr 2008 veröffentlicht worden. Er gibt einen kurzen Überblick über die Entwicklungen des letzten Jahres und interpretiert diese.
zum Text
Planebruch verbietet Genmais
Die Gemeindevertretung von Planebruch hat - wie andere Orte im Amt Brück auch schon - einstimmig beschlossen, dass bei Neuverpachtungen und Änderungsverträgen das Verbot, gentechnisch verändertes Saatgut einzusetzen, Bestandteil der Verträge sein soll. In der Begründung verweisen die Abgeordneten auf die Sorgen und Existenznöte der Imker und Landwirte: "Der Anbau von Gen-Mais gefährdet die Existenz vieler landwirtschaftlicher und Imkerei-Betriebe".
Die "Initiative für einen gentechnikfreien Fläming" begrüsst die Entscheidung. "Wir überlegen, ob wir nicht den Gemeinden entsprechende Zertifikate oder Urkunden ausstellen, um die Beschlüsse zu bestärken", sagt Volker Rottstock vom Biohof aus Deutsch Bork.
Die Gemeinde Planebruch gehört zum Amt Brück und liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmarkt.
MAZ-Artikel
Syngenta plant Freisetzungen in Brandenburg
Der Gentechnikkonzern Syngenta hat beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine Freisetzung genmanipulierter Maispflanzen beantragt. Es handelt sich hierbei um herbizidtoleranten Mais. Der Versuch soll von 2009 bis 2012 gehen. Unklar ist bisher, wo genau sich die Genversuchsfelder befinden sollen. Im Freisetzungsregister des Bundesamtes ist bisher nur zu lesen, dass ein Versuchsfeld in Sachsen-Anhalt und zwei Versuchsfelder in Brandenburg vorgesehen sind.
Freisetzungsregister
Erneut zwei Feldbefreierinnen verurteilt
Filz zwischen Politik und Gentechnikfirmen -
den haben zwei angeklagte Feldbefreierinnen vor dem Amtsgericht in Bad
Freienwalde dem Richter dargelegt. Der Filz zwischen Politik und
Gentechnikunternehmen bringe die Demokratie an eine Grenze.
Die Angeklagte Patrizia Dickräuter: "Seit Jahren will die Mehrheit der
Menschen keine Gentechnik. Die Politik musste längst anerkennen, dass die
Gentechnik unbeherrschbare Folgen hat. Darüberhinaus hat diese Technologie in
den letzten Jahren Millionen an Fördergeldern geschluckt, sie gefährdet die
bäuerliche Landwirtschaft und schafft selbst kaum Arbeitsplätze.
Aber dennoch schaffen Freisetzung und kommerzieller Anbau immer weiter
Tatsachen. Wer sich wehrt, steht einer unheilvollen Allianz von Politikern
und Konzern- beziehungsweise Institutsvertretern gegenüber. Mir fällt in
dieser Situation kein milderes Mittel ein, als ein starkes öffentliches
Zeichen wie unsere Feldbefreiungen sie sind!"
Allerdings wurden sie dennoch zu 15 Tagessätzen verurteilt. Begründung des
Richters unter anderem: Zum Zeitpunkt der Aktion im letzten Jahr habe die
Maisblüte schon begonnen, womit die Gefahrenabwendung zu spät gekommen sei.
Initiative für eine gentechnikfreie Region im Landkreis Oder-Spree
In den letzten beiden Jahren wurden im Landkreis Oder-Spree keine Genpflanzen angebaut. Damit das auch so bleibt, soll nun eine gentechnikfreie Region gegründet werden. Das Ziel der "Initiative zur Schaffung einer gentechnisch freien Region im Landkreis Oder-Spree" ist ein freiwilliges Bündnis von Landwirten und Kommunalpolitikern, die sich gegen die Verwendung von Gentechnik in der Region aussprechen. Dreissig Unterzeichner hätten bereits zugestimmt. Zu den Unterstützern der Initiative gehören nach Glieses Auskunft auch konventionelle Landwirtschaftsbetriebe.
Mit einer "Selbstverpflichtungserklärung" sollen sich die teilnehmenden Landwirte verpflichten, nur gentechnikfreies Saatgut einzusetzen. Ausserdem sollen die Landwirte ihren Willen bekunden, in der Pflanzen- und Tierproduktion "wissentlich keine gentechnisch veränderten Organismen und Produkte einzusetzen".
MOZ-Artikel
Amtsgericht stellt Verfahren gegen mutmassliche Feldbefreierin ein
Eine französiche Staatsbürgerin musste sich am 03.09. wegen "Versuchter
Sachbeschädigung" vor dem Amtsgericht Bad Freienwalde verantworten. Ihr wurde
vorgeworfen direkt nach der öffentlich angekündigten Feldbefreiung am 22.
Juli 2007 in Altreetz versucht zu haben auf ein Genmaisfeld zu gelangen um
dort Genmaispflanzen zu zerstören. Als Beweis galt Polizei und
Staatsanwaltschaft bereits, dass sie neben diesem Genmaisfeldes entlang
gegangen war. Deswegen wurde sie auch von der Polizei in Gewahrsam genommen und über Nacht festgehalten.
Doch die Gerichtsverhandlung ging schnell zu Ende. Nach einer kurzen
Auseinandersetzung darüber, ob die Angeklagte ein Recht auf Akteneinsicht
hat, was die RichterIn verneinte und verweigerte, stimmten der Staatsanwalt
und die Angeklagte einer Einstellung des Verfahrens zu. Die Kosten des
Verfahrens inklusive der Auslagen der Angeklagten übernimmt die Staatskasse.
"Es ist völlig unverständlich, warum dieses Strafverfahren überhaupt
eingeleitet wurde bzw. warum es nicht schon viel früher eingestellt wurde",
so ein Prozessbeobachter direkt nach der Gerichtsverhandlung.
Wegen der öffentlichen Feldbefreiung am 22. Juli 2007 in Altreetz finden in
diesen Wochen zahlreiche Prozesse statt. 14 Angeklagte wurden am Amtsgericht
Bad Freienwalde bereits wegen Sachbeschädigung zu Geldstrafen zwischen 150
und 900 Euro verurteilt. Ein weiteres Verfahren wurde ebenfalls eingestellt,
da der Angeklagte nur eine einzige Maispflanze herausriss, um sie dann der Filz zwischen Politik und Gentechnikfirmen -
den haben zwei angeklagte Feldbefreierinnen vor dem Amtsgericht in Bad
Freienwalde dem Richetr dargelegt. Der Filz zwischen Politik und
Gentechnikunternehmen bringe die Demokratie an eine Grenze.
Die Angeklagte Patrizia Dickräuter: "Seit Jahren will die Mehrheit der
Menschen keine Gentechnik. Die Politik musste längst anerkennen, dass die
Gentechnik unbeherrschbare Folgen hat. Darüberhinaus hat diese Technologie in
den letzten Jahren Millionen an Fördergeldern geschluckt, sie gefährdet die
bäuerliche Landwirtschaft und schafft selbst kaum Arbeitsplätze.
Aber dennoch schaffen Freisetzung und kommerzieller Anbau immer weiter
Tatsachen. Wer sich wehrt, steht einer unheilvollen Allianz von Politikern
und Konzern- beziehungsweise Institutsvertretern gegenüber. Mir fällt in
dieser Situation kein milderes Mittel ein, als ein starkes öffentliches
Zeichen wie unseres Feldbefreiungen sie sind!"
Allerdings wurden sie dennoch zu 15 Tagessätzen verurteilt. Begründung des
Richters unter anderem: Zum Zeitpunkt der Aktion im letzten Jahr habe die
Maisblüte schon begonnen, womit die Gefahrenabwendung zu spät gekommen sei.
Polizei als Beweismittel gegen den Genbauern zu überreichen. Ein
entsprechendes Strafverfahren gegen Monsanto und den Landwirt wegen illegalen
Genmaisanbaus wurde bereits von der Staatsanwaltschaft eingestellt.
Genmaisanbau in Brandenburg geht zurück
Der Landwirt Christoph Plaas hat erst am 20.7. fünf Genmaisfelder bei Liebenwalde mit einer Gesamtgrösse von 130 Hektar abgemeldet. Landwirtschaftsunternehmen sind verpflichtet, unverzüglich Veränderungen ihrer Anmeldungen beim Standortregister anzuzeigen. Die um Monate verzögerte Abmeldung von Christoph Plaas stellt somit eine Ordnungswidrigkeit dar. Dass das Land Brandenburg dagegen konsequent mit einem Ordnungsgeld durchgreift, ist allerdings nicht zu erwarten.
Erst jetzt wird es somit amtlich, dass in Brandenburg in diesem Jahr weniger Genmais angebaut wird als noch 2007. Im letzten Jahr standen auf 1358 ha die genmanipulierten Pflanzen, in diesem Jahr sind es nur noch 1245 ha. Das ist ein Rückgang von 8%.
800m-Schutzzonen werden in den Landkreisen unterscheidlich gehandhabt
Ein Runderlass es Brandenburger Landwirtschaftsministeriums legt fest, dass innerhalb von 800m rund um Naturschutz- und FFH-Gebiete kein Genmais angebaut werden darf. Diese Regelung wird aber bisher an fast allen Genmaisstandorten nicht eingehalten. Schuld daran seien die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise, die sehr unterschiedlich mit der Verordnung umgehen und sie in der Regel bisher nicht durchsetzen, so das Brandenburger Landwirtschaftsministerium. Einzige Ausnahme scheint bisher der Standort Neuholland bei Liebenwalde zu sein. Hier klagt der Landwirt Christoph Plass gegen die Naturschutzbehörde des Landkreises, da sie ihm den Anbau in der Schutzzone untersagt hatte.
PNN-Artikel
Feldbefreiung bei Strausberg
In Hohenstein, einem Ortsteil von Strausberg, ist laut eines Bekennerschreibens im Internet, ein Genmaisfeld zumindest teilweise zerstört worden.
Bekennerschreiben
Demonstration und Feldbefreiung in Wildberg
Etwa 100 Menschen beteiligten sich an einer Demonstration gegen den Gentechnikanbau in Wildberg bei Neuruppin. An der Aktion des Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik beteiligten sich GentechnikgegnerInnen aus Brandenburg, darunter viele Menschen aus der Region, sowie TeilnehmerInnen eines Widerstandscamps gegen das geplante Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide.
Das Genmaisfeld befindet sich innerhalb eine Schutzzone um das FFH-Gebiet Oberes Temnitztal. Nach einem Runderlass der Brandenburger Landesregierung dürfte dort kein Genmais stehen. Deswegen forderten die DemonstrantInnen die Landesregierung auf, hier und anderen entsprechenden Orten endlich aktiv zu werden und den Genmais umpflügen zu lassen.
Ein grosses Polizaufgebot, mit Pferden und Hubschraubern sollte den Mais vor eventuellen Zerstörungsversuchen schützen. Trotzdem gelangten zwei FeldbefreierInnen während der Demonstration auf die gegenüberliegende Ecke des Feldes und machten dort 300 qm Genmais unschädlich. Nach der Demonstration kam es am Nachmittag und in der Nacht zu weiteren Feldbefreiungen auf einem Genmaisfeld im Nachbarort Lüchfeld. Dort wurden auf 1000 qm Genmais zerstört.
MAZ
Fotos
Ruppiner Anzeiger
RBB-Video
ddp
Berliner Morgenpost
Monsanto verurteilt
Am Freitag den 18. Juli 2008 kam es auf dem Marktplatz von Bad Freienwalde zu einer denkwürdigen Gerichtsverhandlung. Der Gentechnikkonzern Monsanto wird wegen Diebstahl, Körperverletzung und Umweltzerstörung verurteilt. Die Strafe: 8 Jahre Haft, Beschlagnahme des Konzernvermögens und der Verkauf von Saatgut wird dem Konzern für immer verboten.
MOZ-Artikel
Kundgebung beim Genmaisbauern
Etwa 15 GentechnikgegenerInnen nahmen den 2. Prozess gegen die FeldbefreierInnen von Altreetz zum Anlass, vor dem Wohnhaus des Genmaisbauern Piprek in Bad Freienwalde zu demonstrieren. Piprek baut bei Strausberg so viel Genmais an, wie sonst niemand in Deutschland. Auch in seinem Garten hat der fanatische Gentechnikfan ein Beet mit 3 qm Genmais bestellt. Dieser Mais wie auch einige seiner Felder bei Strausberg liegen innerhalb der vom Land verordneten 800 m-Schutzzonen rund um Naturschutz- und FFH-Gebiete. Allerdings hat das Land bisher versäumt diese Verordnung auch durchzusetzen und den illegalen Genmaisanbau zu unterbinden.
Bei der anschliessenden Gerichtsverhandlung gegen einen Landwirtschaftstudenten, ging es wieder um die Feldbefreiung die im Juli 2007 in Altreetz für Schlagzeilen sorgte. Die Richterin verurteilte den Feldbefreier zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen wegen Sachbeschädigung. Weitere Gerichtsverfahren werden folgen.
MOZ-Artikel
RBB-Video
Feldbefreier verurteilt
Am 4.7. fand der erste Prozess gegen die FeldbefreierInnen von Altreetz statt. Sie hatten im Sommer 2007 5 Hektar Genmais unschädlich gemacht. Die Richterin verurteilte die beiden Feldbefreier zu jeweils 20 Tagessätzen. Vor der Verhandlung demonstrierten 17 GentechnikgegnerInnen gegen die Kriminalisierung der FeldbefreierInnen und den Genmaisanbau in der Region. Durch ein völig unangemessenes Polizeiaufgebot erreichten sie viele Menschen in Bad Freienwalde mit ihrem Inhalten. Weitere Prozesse und Aktionen werden folgen.
MOZ - Artikel
Junge Welt - Artikel
taz - Artikel
Video über die Gentechnikfreie Region Fläming & die Arbeitsgemeinschaft innovativer Landwirte
In einem Video des EED über gentechnikfreie Regionen kommt vor allem der Biobauer Volker Rottstock aus der gentechnikfreien Region Fläming zu Wort. Zu sehen sind auch Einschätzungen zur Organisierung der Gentechnik-Landwirte im Arbeitskreis innovativer Landwirte und Bilder von den Gentechnikprotesten bei der diesjährigen BraLa.
Video
Falkenberg: BASF hält an Kartoffelversuch fest
Bereits im letzten Jahr hat die BASF eine Genehmigung für einen Versuch mit genmanipulierten Kartoffeln in Falkenberg (Elster) bekommen. Hierbei handelt es sich um die Sorte Amflora, eine stärkeveränderte Kartoffel, der seit Jahren die Genehmigung für den kommerziellen Anbau in der EU versagt wird.
Während die BASF im letzten Jahr von diesem Versuch keinen Gebrauch machte, hat sie den Versuch nun am 8.5. ins Standortregister eingetragen. Die Eintragung im Standortregister ist wie so oft falsch. Statt der dort angegebenen Gemarkung "Bad Liebenwerda" handelt es sich um die Gemarkung "Köhlsa". Es ist die selbe Fläche auf der GentechnikgegenerInnen bereits im April gentechnikfreie Kartoffeln eingepflanzt haben um einen weiteren Kartoffelversuch der BASF zu verhindern (siehe unten). Dieses Feldstück ist inzwischen vom Unkraut überwuchert und wird ständig von einem Wachschützer bewacht. Ob die BASF ihren Versuch trotz der bereits eingebrachten gentechnikfreien Kartoffeln durchführen wird, werden die nächsten Wochen zeigen.
"Es geht um die Frage, wem Pflanzen und Tiere gehören"
Geschäftsführer Reinhard Jung über den Kampf des Brandenburger Bauernbundes
gegen die AgroGentechnik
... auf dem Spiel steht die unternehmerische Freiheit
unserer Landwirtschaftsbetriebe. Gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere sind patentiert, das heisst sie
gehören mitsamt ihren Nachkommen nicht dem Landwirt, sondern dem Hersteller.
Der Landwirt kauft sich lediglich durch Zahlung von Lizenzen ein zeitweiliges
Nutzungsrecht. Das ist schon eine andere Konstellation als die, die wir heute
kennen, auch wenn die Saatgutwirtschaft seit langem versucht, mehr Geld aus
den Landwirtschaftsbetrieben herauszupressen. Bei der Gentechnik haben wir es
allerdings nicht mit mittelständischen Saatgutunternehmen zu tun, sondern mit
einer Handvoll weltweit agierender Agrarkonzerne. Und deren Macht geht zum
Beispiel in Amerika so weit, dass sie Lizenzzahlungen sogar von Landwirten
erzwingen, die nie gentechnisch verändertes Saatgut angebaut haben. Dass
durch Pollenflug oder Verunreinigung von Erntemaschinen die patentierte Saat
in den Boden gelangt ist, reicht aus, und das Schlimme ist, dass die Konzerne
vor Gericht bisher immer Recht gekriegt haben.
Das ganze Interview
Fraktion DIE LINKE stellt gentechnikkritischen Antrag im Landtag
Die von der Bundesregierung erlassenen Massnahmen zur Sicherung der so genannten Koexistenz
- Sicherheitsabstände von 150 bzw. 300 Metern - reichen nicht aus, um die gentechnikfreie
Landwirtschaft zu schützen. Das lässt sich aus der Untersuchung von 2007, welche dem aktuellen
Erlass zu Grunde liegt, schlussfolgern. Daher sind nach Ansicht der Fraktion DIE LINKE
entsprechende Massnahmen zur Unterbindung von Freisetzung, Verkauf u.ä. zu treffen. Darüber
hinaus ist vom Land alles zu unternehmen, um einen umfassenden Widerruf der
gentechnikrechtlichen Genehmigung / Zulassung hinsichtlich MON810 auf nationaler wie EU-
Ebene zu erreichen und dem Anliegen gentechnikfreier Regionen im Land entgegenzukommen.
Das Antrag im pdf-Format
Biobauerndemo auf der BraLa in Paaren/Glien
Am 2. Mai potestierten etwa 30 GentechnikgegenerInnen, unter ihnen einige Bio-Bauern auf der Landwirtschaftsausstellung (BraLa) in Paaren/Glien. Anlass war die Jahresversammlung des Brandenburger Bauernverbandes. Aber auch diese Demonstartion führte bisher zumindest noch nicht dazu, dass der Bauernverband seine "neutrale" Haltung zur AgroGentechnik aufgibt.
Land duldet Rechtsbruch - Illegales Genmaisfeld in Forst
Seit diesem Jahr gilt in Brandenburg zwischen Feldern mit Genmais und Naturschutzgebieten ein Mindestabstand von 800 Metern. Durch diese Regelung sollen z.B. seltene Schmetterlinge geschützt werden. Zahlreiche der bereits im Januar gemeldeten Genmaisfelder liegen innerhalb dieser 800-Meter-Zonen. So auch zwei Felder der Agrargenossenschaft Forst, die dementsprechend am 22. April wieder abgemeldet bzw. entsprechend verkleinert wurden. Doch gleichzeitig meldete die Agrargenossenschaft ein neues Feld als Ersatzfläche an. "Dieses neue Feld ist aber eindeutig rechtswidrig", sagt Thomas Janoschka vom Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg.
Presseerklärung
Gentechnikfreie Region in der Prignitz gegründet
Auf einer Veranstaltung am 17.4. in Perleberg wurde die achte Gentechnikfreie Region in Brandenburg gegründet. Mit dabei sind die Kirchenkreise Perleberg-Wittenberge und Havelberg-Pritz walk, die in den Pachtverträgen für Kirchenland, das landwirtschaftlich genutzt wird, die Anwendung der Gentechnik untersagen. Das betrifft in der Prignitz knapp 3400 Hektar. Hinzu kommen Flächen in Sachsen-Anhalt. 3700 Hektar gentechnikfreie Fläche bringt Dieter Krull, Geschäftsführer mehrerer Agrarunternehmen in Lenzen ein.
SVZ-Artikel
Bezirk Pankow erklärt sich zur Gentechnikfreien Region
Mit gut 2.000 Hektar Landwirtschaftsfläche, wovon die Hälfte in öffentlichem Besitz ist, verfügt Pankow direkt über ein Viertel der Landwirtschaftsflächen im Land Berlin.
Artikel
Genmaisversuch in Neutrebbin genehmigt
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat damit wie immer alle Argumente aus den eingegangenen 151 Einwendungen ignoriert. Für den Versuchsanbau in Neutrebbin ist Mais der Linie 98140 vorgesehen, in den ein Gen aus dem Bodenbakterium Bacillus licheniformis sowie ein verändertes Maisgen übertragen wurde. Die Genmanipulation macht die Maispflanzen resistent gegen zwei gegen Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide).
MOZ-Artikel
Kartoffelversuch der BASF in Falkenberg (Elster) verhindert
60 Menschen beteiligten sich am 13.04. an einer Fahrraddemonstration von Bahnhof Falkenberg (Elster) zu einem geplanten Genversuchsacker der BASF. Der weltweit grösste Chemiekonzern plante dort einen Versuch mit genmanipulierten Kartoffeln. Auf dem Feld pflanzten die DemonstrantInnen zahlreiche gentechnikfreie Kartoffeln ein, so dass der Versuch nicht mehr mit vertretbarem Aufwand wissenschaftlich auswertbar ist. Ein anwesender Vertreter der BASF deutete bereits an, dass die BASF so zur Aufgabe des Versuches gezwungen ist. Aufgerufen hatte zu der Aktion das Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik. Die Polizei beobachtete das Geschehen hielt sich aber ansonsten zurück.
Die Ortsgruppe La Via Campesina Falkenberg hatte bereits einige Tage vorher 40 kg Saatkartoffeln in das Feld eingebracht. Sie lädt alle Menschen ein, dieses Feld als ein öffentliches zu betrachten. Jede Interessierte soll dort Kartoffeln pflanzen und im Herbst ernten können; selbstverständlich nur gentechnikfreie Kartoffeln. Die Aktion fand im Rahmen des globalen Aktionstages von La Via Campesina am 17.4. statt. An diesem Tag finden weltweit Aktionen statt um der Forderung nach Ernährungssouveränität, also dem Recht jedes Menschen auf Land, Saatgut und Wasser, Nachdruck zu verleihen.
Von insgesamt vier angemeldeten Versuchsflächen bleiben nun nur noch die Felder in Thulendorf (Mecklenburg.Vorpommern) und Ausleben (Sachsen-Anhalt) übrig. In Müncheberg (Brandenburg) zog die BASF nach starken Protesten der örtlichen Bevölkerung ihren Antrag zurück. Inzwischen hat auch die Stadtverordnetenversammlung von Falkenberg (Elster) reagiert: Auf landwirtschaftlichen Flächen die die Stadt verpachtet ist der Anbau von Genpflanzen verboten.
Video
800 m Mindestabstand zwischen Genmais und Naturschutzgebiet
In Brandenburg gilt künftig zwischen Feldern mit
Genpflanzen und Naturschutzgebieten ein Mindestabstand von 800 Metern.
Einen entsprechenden Erlass fasste jetzt das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium. Durch die Regelung sollen seltene Schmetterlinge geschützt werden.
Protest erfolgreich: Keine Kartoffelfreisetzung im Müncheberg
Der Landwirt, der der BASF eine Fläche für einen Freilandversuch mit Genkartoffeln bereitstellen wollte, hat aufgrund der zahlreichen Proteste mitgeteilt, dass die Flächen nicht mehr zur Verfügung stehen. Vor allem die zahlreichen Biobauern und -imker in der Region hatten sich deutlich gegen die Versuche der BASF ausgesprochen und auch die Stadtverordnetenversammlung hatte einen Verzicht der Freisetzung gefordert. Allerdings ist der selbe Versuch auch für Falkenberg (Elster) angemeldet werden.
MOZ-Artikel
Gentechnikfreie Stadt Bernau
Mehrheitlich rufen die Stadtverordneten die
Bernauer Landwirte und Verpächter von landwirtschaftlichen Flächen auf, sich
zur gentechnikfreien Produktion zu bekennen sowie keine durch grüne
Gentechnik veränderten Pflanzen anzubauen und auf gentechnisch veränderte
Futtermittel zu verzichten.
Grundlage für diesen Appell war ein gemeinsamer Vorschlag der Fraktionen der
Linken, der Freien und der SPD. Um diesem Appell Nachdruck zu verleihen,
dürfen alle städtischen Flächen laut Beschluss künftig nur noch dann
verpachtet werden, wenn die Pächter eine entsprechende vertragliche Verpflichtung
eingehen und keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen.
MOZ-Artikel
Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung gegen Genmais - 3000 Hektar bleiben gentechnikfrei
Der Vorstand des Landschafts-Fördervereins hat einstimmig einen
Beschluss gefasst, der den Einsatz jeglicher gentechnischer Verfahren und
Materialien auf den Flächen des Vereins ausschliesst. "Dieser Landschaftsraum
soll auch künftig der weitgehend natürlichen und umweltverträglichen
Entwicklung vorbehalten bleiben", erklärt Vorstandsvorsitzender Karl
Decruppe.
Mehr als 3000 Hektar Fläche sind im Eigentum des Vereins. Der Förderverein wird die künftige
Zusammenarbeit - ob Verpachtung oder Auftragsvergabe - auf Landwirtschaftsunternehmen
beschränken, die keine Gentechnik einsetzen.
MAZ-Artikel
Zweite gentechnikfreie Region in der Prignitz geplant
Der Initiative für eine gentechnikfreie Region gehören nicht nur Einzelbauern aus dem Landkreis und Mecklenburg-Vorpommern an, selbst die Kirchendiözese hat sich rigoros gegen den Anbau von transgenen Pflanzen auf ihrem Grund und Boden ausgesprochen. Bereits vor einigen Jahren legten die Kirchenkreise Perleberg-Wittenberge und Havelberg-Pritzwalk fest, diese Anbauform in Pachtverträgen auszuschliessen. Die Fläche, welche die Kirche somit in der Sperrzone beifügen wird, umfasst 3000 Hektar. Weitere 7500 Hektar steuern Landwirte aus der Region bei. Mitte April sei eine offizielle
Gründungsveranstaltung geplant, zu der alle Akteure eingeladen sind, die eine Verpflichtungserklärung unterschreiben wollen.
Interessenten können sich bei Kathleen Awe vom Nabu unter 038791/67 18 melden.
MAZ-Artikel
Studie: Genmaisanbau ist für Schmetterlinge gefährlich
Der Anbau von gentechnisch verändertem Mais könnte auch die
Artenvielfalt in Schutzgebieten gefährden, wenn kein ausreichender
Sicherheitsabstand von den Anbauflächen zu ökologisch sensiblen Gebieten
besteht. Das geht aus einer NABU-Studie im Auftrag des Landesumweltamtes
Brandenburg hervor. Um die Eignung von Methoden zum Pollen-Monitoring zu
untersuchen, hatte das Land Brandenburg im Sommer 2007 im und am
Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch (Märkisch-Oderland) technische
und "biologische" (Bienenvölker) Pollensammler eingesetzt.
Die Ergebnisse zeigen: Pollen gelangten in grosser Zahl selbst bei einer
Entfernung von 100 Metern in das geschützte Gebiet. Vor diesem Hintergrund
fordert der NABU einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Gen-Feldern, um
Gefährdungen durch genmanipulierte Pflanzen in Schutzgebieten vorzubeugen.
Presseerklärung
Zusammenfassung der Studie
Prignitz: Neue gentechnikfreie Region
Parchim und die Prignitz haben eine weitere gentechnikfreie Region.
Bauern von fünf landwirtschaftlichen Betrieben in der Prignitz und im
südlichen Landkreis Parchim haben sich dazu zusammengeschlossen.
Artikel
Brandenburg: Genmais-Anbau geht leicht zurück
Inzwischen bietet das Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit einen vollständigen Ãberblick über den geplanten Genmaisanbau in diesem Jahr. Standen Anfang Februar 2007 noch 101 Felder mit insgesamt 2107 Hektar im Standortregister, sind es diesem Jahr nur noch 93 Felder mit 2078 Hektar. Wieviel Genmais in diesem Jahr tatsächlich auf Brandenburgs Feldern angebaut wird, lässt sich aber jetzt noch nicht sagen, da in den nächsten Monaten noch viele Genmaisfelder von den Landwirtschaftsunternehmen wieder abgemeldet werden. So wurden im letzten Jahr über 750 Hektar Genmais wieder abgemeldet.
Eine weitere erfreuliche Entwicklung ist der Rückgang der am Genmaisanbau beteiligten Landwirtschaftsunternehmen. In diesem Jahr sind es 19 Landwirtschaftsunternehmen die zumindest teilweise auf den Genmais der Konzerns Monsanto setzen. Im letzten Jahr waren noch 24 Betriebe beteiligt. Auffällig ist auch, dass bis auf ein Unternehmen im Landkreis Spree-Neisse alle bereits im letzten Jahr Genmais angebaut haben.
Vom Genmaisanbau betroffen sind vor allem die Landkreise Märkisch-Oderland und Oberhavel. So hat bei Strausberg und im Oderbruch ein einziges Landwirtschaftsunternehmen, die Landfarm Hohenstein, 38 Felder mit insgesamt 519 Hektar Fläche angemeldet. Ein bis zwei Landwirtschaftsunternehmen bauen auch in den Landkreisen Spree-Neisse, Elbe-Elster, Ostprignitz-Ruppin und Uckermark Genmais an. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz bleibt noch anders als 2007 in diesem Jahr gentechnikfrei.
Pressemitteilung
MAZ-Artikel
Über 250 Menschen hörten Percy Schmeiser in Bad Freienwalde
Percy Schmeiser -
Kanadischer Bauer und Träger des Alternativen Nobelpreises 2007 war am 13.01.08 zu Gast in Bad Freienwalde
Louise und Percy Schmeiser erhielten am 07. Dezember 2007 den
Alternativen Nobelpreis für ihren Mut bei der Verteidigung der
Artenvielfalt und der Rechte der Bauern und dafür, dass sie die
ökologisch und moralisch verwerfliche Auslegung des Patentrechts in
Bezug auf Saatgut ändern wollen.
Percy Schmeiser berichtete über 10 Jahre Erfahrung mit Agro-Gentechnik
und stellte dar, dass es keinerlei Kontrolle darüber geben kann, was mit
freigesetztem, genmanipulierten Saatgut passiert. Seine eigenen Felder
waren durch Wind und Pollenflug kontaminiert worden.
Deshalb versuchte der Saatguthersteller Monsanto 1998 die Schmeisers zu
400 000 Can. Dollar Patentlizenzgebühr zu verklagen.
Schmeisers setzen sich bis heute gegen die Folgen juristisch zur Wehr.
Unter den Gästen an diesem Abend waren auch viele LandwirtInnen, ImkerInnen und PolitikerInnen. Der Wunsch gegen die AgroGentechnik in der Region aktiv zu werden wurde sehr deutlich, verschiedene Initiativen dazu wurden vorgestellt.
Gentechnikexperimente geplant - Jetzt Einwendungen schreiben!
Falkenberg - Müncheberg - Neutrebbin
In Neutrebbin plant der Gentechnikkonzern Pioneer Freilandexperimente mit herbiziresistentem Genmais. Feldversuche mit Genkartoffeln hat die BASF für Falkenberg und Müncheberg angekündigt. Zuzeit finden für diese Versuche die Genehmigungsverfahren statt, bei denen jeder und jede seine Ablehnung dieser Experimente mit Einwendungen deutlich machen kann. Einfach runterladen, ausdrucken, Unterschriften sammeln und bis zum 31. Januar an das Aktionsbündnis schicken!
Einwendung Neutrebbin
Einwendung Falkenberg & Müncheberg
Standortkarte Müncheberg
Standortkarte Falkenberg
02.01.2008: Aktion im Müncheberg
Am Vormittag versammelten sich 9 GentechnikgegnerInnen aus Märkisch-Oderland und dem Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Berlin und Brandenburg vor dem Rathaus in Müncheberg. Dort wurden die Antragsunterlagen für ein Freisetzungsexperiment der BASF in Augenschein genommen. Auf einem Feld zwischen Müncheberg und Trebnitz sollen genmanipulierte Kartoffeln freigesetzt werden. Dabei handelt es sich zum einen um Kartoffeln bei denen die Stärkezusammensetzung verändert worden ist und zum anderen um Kartoffeln mit Phytophtera-Resistenz. Alle Kartoffeln tragen zusätzlich eine Resistenz gegen ein Herbizid aus dem Hause BASF: Clearfield (Imidazolinon).
Anschliessend wurden vor dem Rathaus Transparente entrollt und die geplante Versuchsfläche besichtigt, um deutlich zu machen, dass die BASF hier mit Widerstand zu rechnen hat. Auch die Bauern aus der Region haben ihren Widerstand angekuendigt (MOZ-Artikel).
Broschüre: Der Anbau gentechnisch veränderter Kulturpflanzen in Brandenburg
Das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg hat eine Broschüre zum Gentechnikanbau in Brandenburg heraus gegeben. Sie versammelt Artikel zur Geschichte und zur aktuellen Lage des Anbaus gentechnisch veränderter Kulturpflanzen in Brandenburg, zum Widerstand in der Region mit ihren Beweggründen und Hindernissen. Damit ist nicht nur das Aktionsbündnis selbst angesprochen, sondern auch die Diskussionen um die freiwillige Feldbefreiung und den gentechnikfreien Regionen. Die Broschüre will einen Einblick geben in Strategien und Beweggründe der relevanten Akteure für und gegen die Agro-Gentechnik - in Brandenburg und über Brandeburg hinaus. So gibt es zum Beispiel einen Artikel zu Monsanto und Märka, eine Darstellung der Aktivitäten von InnoPlanta e.V. und einen Artikel zur allgemeineren Problematik der Nachwachsenden Rohstoffe.
Die Broschüre im pdf-Format (529 KB)
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